News aus Japan

News Banner als Sinnbild für Nachrichten aus Japan

News aus Japan

Die “News aus Japan” decken die wichtigsten Themenbereichen ab und liefern die aktuellsten Nachrichten aus dem Land. Diese stammen aus den online abrufbaren Tageszeitungen Asahi, Mainichi, Yomiuri, sowie einer Vielzahl anderer japanischer und ausländischer Quellen.
Die Auswahl der Artikel wird durch ihre Relevanz für die Leserschaft getroffen, also gemäß dem Grundsatz, das etwas wissenswert ist. Die Eilmeldungen sind hingegen für Jedermann gedacht und sollen vor allem ausländische Reisende in Japan vor aktuellen und akuten Gefahren warnen.

Eilmeldungen

Erdbebenregion wieder zugänglich (16.06.2024)
Nach dem Erdbeben der Stärke 7,6 vom 1. Januar in der Präfektur Ishikawa, und dem erneuten Beben der Stärke 6,0 vom 3. Juni, ist die Region der Noto-Halbinsel nach Behebung der schwersten Schäden inzwischen wieder zugänglich. Einige touristischen Betriebe haben wieder geöffnet und hoffen auf die Rückkehr der Touristen. Die Region braucht diese Einnahmequelle, um die Verluste durch das Erliegen der regionalen Wirtschaft der letzten 6 Monate auszugleichen.
Warnung vor potenziell tödlichen Streptokokken (14.06.2024)
Bereits im Februar haben japanische Medien auf einen Anstieg von tödlichen Verläufen bei Infektionen mit Streptokokken hingewiesen. Dabei handelt es sich um das schwerwiegende Streptokokken-toxische Schocksyndrom (SSTS), dessen Auftreten sich insbesondere in der Kantō-Region überdurchschnittlich gehäuft hat. Experten weisen darauf hin, dass vor allem Verletzungen an den Füßen als Eintrittswunden dienen können, über die das Bakterium in den Körper eindringt. Erhöhte Vorsicht und persönliche Hygiene sind angeraten.

Gesellschaft

Per App zu höheren Geburtenrate (05.06.2024)
Japan hat ein massives Problem: immer weniger heiratsfähige Japaner heiraten. Folglich werden auch immer weniger Kinder geboren, was zur Überalterung der Gesellschaft führt. Die Regierung der Metropole Tōkyō will dem nun entgegenwirken. Dazu sollen junge Frauen und Männer zusammengebracht werden, per Matching-App. Um jeden Missbrauch auszuschließen, müssen Nutzer einen Identitätsnachweis hinterlegen sowie persönliche Daten, wie z. B. über den eigenen Status, das Einkommen, Bildungsgrad usw., offenlegen. Der Service soll Gebührenpflichtig werden. Ob dies aber das eigentlichen Problem aus der Welt schaffen kann, bleibt fraglich.

Politik

Japan und Italien vertiefen Kooperation (15.06.2024)
Im Rahmen des G7-Gipfels in Italien, streben Japans Premier Kishida und Italiens Ministerpräsidentin Meloni die Vertiefung der Kooperation zwischen beiden Ländern an. Ein Aktionsplan soll nicht nur die diplomatischen Bande stärken, sondern auch die Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit Japans und Italiens. Das betrifft auch die Kampfflugzeuge 7. Generation, die von Japan, Italien und Großbritannien gemeinsamen entwickelt werden.
Sicherheitsvereinbarung mit der Ukraine (14.06.2024)
Japans Premier Kishida hat im Rahmen des G/-Gipfels eine Sicherheitsvereinbarung mit Volodymyr Zelenskyy. In 2024 wird Japan Finanzhilfen in Höhe von 4,5 Mrd. US$. Die Laufzeit für die Sicherheitsvereinbarung ist auf 10 Jahre festgelegt.
Gesetzesänderung zur Kontrolle der Parteienfinanzierung (06.06.2024)
Das Unterhaus hat am Donnerstag eine Gesetzesänderung bzgl. der Parteienfinanzierung verabschiedet. Dies als Reaktion auf den Skandal, als kürzlich innerhalb der LDP (Liberaldemokratischen Partei) Schmiergelder aufgeflogen sind. Da der Änderungsantrag von der LDP selbst eingebracht wurde, erhielt er nur die Zustimmung der Koalitionspartei Komeitō sowie der Restaurationspartei Japans und der Gesellschaft für eine freie Bildung. Allerdings reichte diese Mehrheit für die Annahme der Antrags. Diese Parteien haben auch die Mehrheit im Oberhaus, dass als nächste Instanz über den Antrag befinden wird. Die Gesetzesänderung soll potenzielle Schlupflöcher schließen, die eine Verschleierung von Geldern zuließen. Künftig sollen Zuwendungen/Einnahmen schon ab 50.000 ¥ beleg- und meldepflichtig sein. Für Belege soll eine Aufbewahrungspflicht von 10 Jahren gelten.

Tourismus

Unterschiedliche Preise für Ausländer und Einheimische (11.05.2024)
Japans Währung erlebt gerade eine nie dagewesene Inflation. Das ist zwar gut für ausländische Touristen, aber schlecht für die Japaner. Denn die Gastronomie gibt die erhöhten Preise für Rohstoffe/Materialien an die Kunden weiter. Während Ausländer dies zahlen, können sich viele Japaner aufgrund mangelnden Inflationsausgleichs solchen Luxus nicht mehr leisten. Daher wurde der Ruf nach unterschiedlichen Preisen (nijūkaku 二重格) für Japaner und Touristen laut. Einige Gastronomen haben dies bereits eingeführt, müssen sich aber öffentlicher Kritik stellen, weil man gespaltener Meinung darüber ist. Manche sehen darin das Risiko, ausländische Touristen zu vergraulen. Andere, eine legitime Forderung, die quasi Steuerzahlungen japanischer Bürger gleich kommt, die schließlich dem Ausbau touristischer Infrastruktur zugutekommen. Als Gegenargument werden die in Preisen bereits enthaltenen Steuern angeführt, die auch Touristen zahlen.
Niseko führt Touristensteuer ein (12.03.2024)
Der beliebte Wintersportort Niseko auf Hokkaidō wird ab November 2024 von allen Touristen eine Steuer verlangen. Diese wird vom Preis/Übernachtung abhängig bis zu 2.000 ¥/Übernachtung betragen. Sie gilt für Hotels und private Unterkünfte (minpaku 民泊). Dafür soll zukünftig mit den Einnahmen die Infrastruktur im Ort verbessert werden.
Eingeschränkter Aufstieg auf den Fuji (11.05.2024)
Seit dem 20. Mai wird die Zahl der Wanderer auf dem populären Yoshida-Pfad zum Gipfel des Vulkans Fuji auf 4.000/Tag reduziert. Zudem muss für die Nutzung des Pfads eine Gebühr von 2.000 ¥/Person gezahlt werden. Außerdem wird der Aufstieg zwischen 16 und 2 Uhr verboten. Dies soll die Überlastung verringern, die Sicherheit erhöhen und die Umwelt entlasten. Hingegen können die anderen 3 Pfade weiterhin kostenlos genutzt werden. (Mehr Infos hierzu)
Straßen in Kyōtos Gion Bezirk für Touristen gesperrt (08.03.2024)
In Kyōtos berühmten Gion Bezirk werden ab April alle kleineren Gassen und Straßen, die von der Hanamikoji Straße abgehen, für Touristen geschlossen. Grund für diese Maßnahme waren Zwischenfälle ungebührlichen Verhaltens von ausländischen Touristen, die untere anderem geiko* und maiko* belästigten. Inzwischen haben sich auch Anwohner über das Benehmen und die hohe Anzahl der Touristen beschwert. Wer sich nicht an die Einschränkungen hält, kann mit bis zu 10.000 ¥ (59 €) bestraft werden.

*Geiko/maiko: Damen des traditionellen Unterhaltungsgewerbes (in anderen Teilen Japans auch als geisha bezeichnet)

Technik & Wissenschaft

Toyota, Mazda, Subaru entwickeln neue Verbrenner (30.05.2024)
Toyota, Mazda und Subaru werden zukünftig neue Motoren für ihre Hybrid- und Plug-in-Hybridfahrzeuge entwickeln. Ziel ist es, dass die Motoren kompakter, effizienter und Leistungsfähiger werden, im Zusammenspiel mit CO2-neutralen Kraftstoffen. Dadurch könnten die Hybridfahrzeuge größere Batterien mitführen und würden dann rein elektrisch auf Kurz- und Mittelstrecken fahren, hätten aber keine Einschränkungen auf Langstrecken. Dies soll auch die Fahrzeugentwicklung flexibler machen, um besser auf die unterschiedlichen Energiemärkte reagieren zu können.

Umwelt

Neues Fabrikschiff geht auf Waljagd (23.05.2024)
Japans neuestes Schiff zur Verarbeitung von erlegten Walen, die Kangei Maru, geht auf ihre erste Jagd. Das Schiff soll mit Waljagdboten am 25. Mai Tokyo verlassen und in den Gewässern um Hokkaidō und Tōhoku auf Bryde- und Seiwale Jagd machen. Zukünftig sollen auch Finnwale erlegt werden, für die das Schiff ausgelegt ist.
Japan ist 2019 aus der Int. Walfangkommission (IWC) ausgetreten und nutzte seitdem ein Schlupfloch im Vertragswerk, das den Fang von bestimmten Walen zu Forschungszwecken erlaubt. In Japan ist der kommerzielle Walfang umstritten, weil er staatlich subventioniert ist.
Behörden warnen vor Bärenattacken (19.05.2024)
Im Nordosten Japans warnen die lokalen Behörden in den Präfekturen Fukushima und Akita die Bevölkerung vor möglichen Attacken durch Bären. Die Tiere erleben eine Futterknappheit durch den Klimawandel und sind wohl bei der Futtersuche auch in Randbezirke von Orten eingedrungen. Dabei haben sie mehrere Personen angegriffen. In Akita ereignete sich ein Todesfall, als ein Mann im nahen Wald Bambusschösslinge sammeln wollte. Bei der Bergung des Toten, sind zwei Polizisten von einem Bären angegriffen worden. Es ist aber noch unklar, ob die Wunden am Leichnam von einem Bärenangriff herrühren. In den Nordöstlichen Bergregionen wird daher vor unnötigen Walderkundungen abgeraten.

Wirtschaft

Inflation bei 2,5% (21.06.2024)
Höhere Energiekosten haben im Mai zu eine Beschleunigung der Inflation in Japan geführt. Der Verbraucher-Preis-Index liegt bei 2,5%. Die Japanische Zentralbank hat sich eine stabile und durch die Nachfrage auf dem Markt beeinflusste Inflationsrate von 2% zum Ziel gesetzt. Das die Inflation aber höher liegt, erklären die Experten mit den unkalkulierenbaren Auswirkungen von Konflikten auf die Weltwirtschaft. Jedenfalls werden die Zinsen demnächst in Japan wohl angehoben.