Züge und Bahnen

Abenteuer Bahnhof

Beim Anblick großer ober- und unterirdischer Bahnstationen in Japan, deren Ebenen und Bahnsteige oft über ein Labyrinth langer Treppen, Lifts und Gänge verbunden sind, flößen einem Neuling sicher Respekt ein. Wie soll man sich hier zurechtfinden, ohne gleich für immer verloren zu gehen? Besonders dann, wenn auch noch die Massen an Pendlern unterwegs sind. Oder wie soll man Streckennetzpläne verstehen, ohne Japanisch zu können? Und welche Regeln gelten, wenn man mit größerem Gepäck im Zug reist?

Den richtigen Zug und Bahnsteig finden

Sich im Netzwerk der Bahnlinien oder Bahnhöfe und Stationen der Japan Railways oder JR Group (ジェイアール グループ Jeiāru Gurūpu) zurechtzufinden, hat beim ersten Mal etwas von einer Mutprobe. In den Metropolregionen wie Tōkyō, Nagoya oder Ōsaka sind S-Bahnen aber das Mittel, um recht einfach von A nach B zu kommen. An einigen der wichtigsten S-Bahnstationen haben auch die Hochgeschwindigkeitszüge ihre gesonderten Bahnsteige.

Schilder und Tafeln als Wegweiser

Eine Orientierungshilfe sind Wegweiser und Hinweisschilder, die einen sicher durch das Labyrinth der Bahnhöfe und Stationen zum richtigen Bahnsteig oder Zug leiten. Die wichtigsten Begriffe, wie z. B. Eingang oder Ausgang, sind auch auf Englisch mit Entrance (iriguchi 入口) oder Exit (deguchi 出口) bzw. in lateinischer Schrift abgebildet. Meist noch mit einer Himmelsrichtung als Zusatz (Nord: kita 北, Süd: minami 南, West: nishi 西, Ost: higashi 東), weil viele Bahnhöfe/Stationen mehr als einen Ein- /Ausgang haben. Hinweise oder Verbote sind vor allem grafisch dargestellt und daher gut verständlich. Auch die Nutzung von Farbcodes für die Kennzeichnung von Zügen und Wegweisern ist eine recht simple, aber doch effektive Orientierungshilfe und das nicht nur für Ausländer, sondern auch für japanische Kinder.

Wie viel Gepäck kann man im Zug mitnehmen?

Wer mit einem der Expresszüge von einem der internationalen Flughäfen Japans in die nächstgelegene Großstadt fährt, wird auch sein Reisegepäck mitnehmen. Bisher gibt es für die Flughafen-Expresszüge keine Beschränkungen bei Gepäck, was auch für die S-Bahnen und Regionalzüge gilt. I. d. R. gibt es in den Flughafen-Expresszügen extra Bereiche, wo sperriges Gepäck für die Fahrt deponiert werden kann.
In den S-Bahnen hingegen gibt es diese Möglichkeit nicht. Daher sollte man sich gut überlegen, ob es sinnvoll ist, mit großen Rollkoffern und Rücksäcken in diese zur morgendlichen oder abendlichen Rushhour überfüllten Züge zu steigen. Die Japaner sind zwar sehr höfliche Menschen, würden diese Art der “Störung” aber sicher mit missfallenden Blicken würdigen.

Gepäck in Hochgeschwindigkeitszügen

Bisher ist die Beförderung von Gepäck in den Hochgeschwindigkeitszügen (Shinkansen 新幹線) inklusive. Eine chek-in oder check-out Prozedur am Bahnsteig oder im Zug gibt es nicht.
Seit Mai 2020 sollte sich dies wegen der Olympischen und Paralympischen Spiele ändern, da mit einem deutlich höheren Passagieraufkommen gerechnet wurde. Weil die Spiele dann aber erst 2021 ohne ausländische Zuschauer stattfanden, blieb das höheren Passagieraufkommen aus.

Sperriges Gepäck

Auf den stark frequentierten Linien (Tokkaidō-, Sanyō-, Kyūshū-Shinkansen) müssen “große” Gepäckstücke trotzdem schon bei der Sitzplatzreservierung gemeldet werden. Als “groß” gilt alles, was in Länge, Breite oder Tiefe zwischen 160 und 250 cm misst. Passagiere die ohne Sitzplatzreservierung und großem Koffer einen Zug auf einer dieser drei Linien nutzen, müssen 1.000 Yen Gebühr zahlen. Zudem müssen sie für weitere 520 Yen auf ein Ticket mit Sitzplatzreservierung wechseln.

Wenn in diesem Zug aber keine reservierbaren Sitzplätze mehr vorhanden sind, kann man aufgefordert werden, den nächsten Zug zu nehmen. Dies dann ohne Garantie, dass im nächsten verfügbare Plätze vorhanden sind. Außerdem werden die Schaffner nun die Tickets auf Reservierungen prüfen und dann auch die Gepäckabteile aufschließen. Beim verlassen eines Shinkansen werden die Gepäckstücke wieder von den Schaffnern herausgegeben. Das nimmt etwas Zeit in Anspruch. Die Shinkansen büßen damit nur wenig von ihrem Vorteil gegenüber Flugreisen ein, wo das check-in für Passagier und Gepäck zeitraubender ist. Auch hier alles zugunsten der höheren Sicherheit für Gepäck und Passagiere.

Noch Fragen?

Dann lohnt ein Blick auf folgende Websites, die weiterführende Infos zu Hochgeschwindigkeitszügen/Shinkansen, regionalen S-, U- und Straßenbahnen oder Bussen sowie Fahrpreisen, Streckenplänen u. v. m. bieten:

Regionaler/überregionaler Bahnverkehr

JR Hokkaido* , JR East* (Metropolregion Tōkyō, Kantō- u. Tōhoku-Region)
JR Central* (Metropolregion Nagoya u. Chūbu-Region)
JR West* (Metropolregion Ōsaka, Kinki-/Kansai- u. Chūgoku-Region)
JR Shikoku*, JR Kyushu*

U-Bahnen, Busse usw.

Sapporo Transportation**, Sendai Transportation**,
Tokyo Metro, Tokyo Busses, Toei Transportation** (für Tōkyō),
Yokohama Transportation**, Nagoya Transportation**, Osaka Transportation**,
Osaka Metro**, Kyoto Transportation**, Hiroshima Transportation**
Fukuoka Transportation**, Nagasaki Transportation**

Japanweite Zug- und Busreisen

Zugreisen:
Japan Rail Pass*
JBL Pass
Busreisen:
Japan Bus Online
Willer Bus

Anmerkungen

* Mit Infos zu den Hochgeschwindigkeitszügen
** Inklusive städtische Buslinien (event. auch Taxis uvm.)