Sind Japanischkenntnisse wichtig?

Für Touristen

Für Touristen ist es nicht zwingend notwendig Japanisch zu können. Aber sicher ist es von Vorteil, wenn man zumindest die Höflichkeitsfloskeln (Vielen Dank, Entschuldigung, Verzeihung, Auf Wiedersehen usw.) kennt und anwenden kann.

Eine Frage der Aufenthaltsdauer und des Grunds

Je länger der Aufenthalt, umso wichtiger ist es Japanisch zu lernen, um die Beziehungen zu vertiefen. Für manchen ist dies recht mühselig und eventuell eine Herausforderung. Aber mit etwas Mühe nimmt die eigene Sprachfähigkeit mit der Zeit sicher zu. Und wenn man sich ordentlich auf Japanisch vorstellen kann und sagt, dass man nur ein wenig Japanisch kann, dann werden Japaner entzückt sein. Es kann vorkommen, dass Japaner bei guter Aussprache und korrekter Grammatik des Gegenübers vermuten, dass sie/er recht gut Japanisch kann. Schließlich gebietet die japanische Bescheidenheit, nicht mit Sprachkenntnissen anzugeben. Kennen Japaner also das eigentliche Sprachvermögen des Gegenübers tatsächlich nicht, dann legen sie plötzlich in ihrer Muttersprache los. Erst das ratlose Gesicht des ausländischen Gesprächspartners sagt ihnen, dass dieser tatsächlich wenig versteht und nicht nur japanische Bescheidenheit praktizieren wollte. Sie sind dann zwar enttäuscht, überspielen dies aber mit einem Lächeln und einer Entschuldigung. Eine Entschuldigung dafür, dass sie so unsensibel waren und tatsächlich geglaubt haben, das Gegenüber könne halbwegs Japanisch.

Es gibt in der japanischen Gesellschaft die Erwartungshaltung gegenüber Ausländern, dass diese sich mit der fortschreitenden Zeit auch assimilieren sollen. Die Sprachfähigkeit ist ein wichtiger Aspekt. Wer diese Erwartung nicht erfüllt, zeigt einen mangelnden Respekt gegenüber der japanischen Kultur – zumindest aus Sicht der Japaner.

Andererseits würde ein z. B. in Deutschland lebender Japaner nicht ernsthaft von den Deutschen erwarten, dass diese sich dauernd mit ihm auf Englisch oder gar Japanisch unterhalten.