IC-Karten

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Wichtige Information zu IC-Karten

Seit dem 2. August 2023 ist der Verkauf von Pasmo und Suica IC-Karten auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.
Aufgrund der weltweit anhaltenden Halbleiterknappheit, können schon seit Juni keine neuen Karten mehr hergestellt werden. Dies betraf erst nur unregistrierte Suica- und Pasmo-Karten, inzwischen aber auch Karten mit personalisierten Kundendaten. Pasmo- und Suica-Monatskarten sind zwar noch erhältlich, lohnen sich aber für Touristen nicht.
Allerdings sind die mobilen Versionen von Suica und Pasmo weiterhin erhältlich. Diese können aber mit ausländischen Handymodellen und Zahlungsmethoden inkompatibel sein (mehr zur Nutzung von Handy/Smartphone in Japan).

IC-Karten

Also, was sind IC-Karten? In Japan sind sogenannte IC-Karten (Abb. 1-2), auch Smart Cards genannt, weit verbreitet. Das Kürzel IC steht für das Englische „integrated circuit“ (integrierter Schaltkreis). Die Funktion basiert auf RFID (Radio-Frequency Identification) Technologie. Denn die ungefähr Kreditkarten großen und aufladbaren Prepaid-Karten haben einen Chip integriert. Und dieser kann von verschiedenen Geräten erkannt, gelesen oder beschrieben werden. So z. B. von Fahrscheinautomaten und Vereinzelungsanlagen (automatischen Zugangssperren).
Um die Sperre durchschreiten zu können, wird die IC-Karte nur kurz über einen Sensor gehalten. Dieser liest dann die Daten (Guthaben usw.) aus und setzt quasi eine Info über den Startpunkt der Fahrt auf die Karte. Erst wenn man am Zielort erneut durch die Vereinzelungsanlagen schreitet, wird die eigentliche Abbuchung vorgenommen.
Bleibt noch zu betonen, dass IC-Karten im Prinzip keine Fahrscheine sind, sondern ein Fahrscheinersatz. Denn mit ihnen wird lediglich eine digitale Abbuchung von Guthaben im Gegenwert des sonst benötigten Fahrscheins an der Vereinzelungsanlage vorgenommen.

Wozu IC-Karten?

Die Regionalbahnen geben eigene IC-Karten aus, die dem Nutzer einen bequemen und schnellen Zugang zu Bahnhöfen oder Stationen, Regional- und S-Bahnen, U-Bahnen, Bussen und Straßenbahnen erlauben. Ebenso kann man bargeldlose Einkäufe in einer Vielzahl von Geschäften erledigen. Außerdem sind auch Schließfächer in Bahnhöfen, Getränkeautomaten und sogar Parkplätze damit bezahlbar.
Das Guthaben ist beliebig über dafür vorgesehene Automaten aufladbar. Bspw. geht das mit Bargeld oder auch per gängiger Kreditkarte.
Ob oder welche IC-Karte ein Geschäft oder Automat akzeptiert, das zeigt einem das IC-Logo oder die Abbildungen der akzeptierten Karten an (siehe Japankarte unten).

Wo kriegt man IC-Karten

IC-Karten können an Automaten oder in Verkaufsstellen an Bahnhöfen und Flughäfen erworben werden. Die Automaten (auch mit englischem Bedienungsmenü) akzeptieren in der Regel auch Kreditkarten wie VISA und/oder MasterCard usw. Die meisten Karten können mit Summen zwischen 2.000 und 10.000 Yen aufgeladen werden. Davon sind 500 Yen als Pfand abzuziehen. Jedoch bekommt man den Betrag bei Rückgabe der Karte teilweise zurückerstattet. Wie viel Guthaben eine IC-Karte noch hat, zeigen in der Regel die Vereinzelungsanlagen an oder die Automaten zum aufladen der Karten.
Es gibt personalisierte Karten (Personal User, Abb. 1), aber auch neutrale (General User), die sich z. B. besonders für Touristen eigenen (Welcome Suica).

Digitale IC-Karten

Besitzer eines iPhones 8 oder neuer sowie einer Apple Watch Serie 3 oder neuer, können die Suica-, PASMO- und ICOCA-Karten in digitaler Form einrichten. Diese sind bereits im Wallet hinterlegt, sodass man sie nur noch auswählen und mit Guthaben laden muss. Hierzu wird die gewünschte Summe eingegeben und anschließend die Daten der eigenen Kreditkarte abgefragt (siehe Abb. 2). Allerdings können diese Wallet-Version nur Personen nutzten, die in Japan wohnen und deshalb auch eine japanische Kredit- oder Debitkarte haben!
Sofern die Einrichtung einer IC-Karte erfolgreich war, können weitere ins Wallet des iPhones hochgeladen werden. Dann wählt man jeweils eine Karte aus, die standardmäßig im Expressmodus aktiv ist. Weil in diesem Modus kann die Karte kontaktlos verwendet werden, ohne Aktivierung des iPhones oder die Authentifizierung des Nutzers. Dafür ist keine Internetverbindung nötig. Die Scanner an den Vereinzelungsanlagen erkennen ein ausgesandtes Signal der digitalen IC-Karte im Smartphone, wenn man dieses nah dran hält. Auf der Website von Apple gibt es hierzu noch mehr Informationen.

Eine Japanische IC-Karte auf dem iPhone
Abb. 3: Anleitung zur Aktivierung einer IC-Karte auf einem iPhone (iPhone 12/13).

Welche IC-Karte wofür?

Verwirrend ist allein die Zahl der verschiedenen IC-Karten in Japan (siehe Gültigkeitsgebiete). Wenn man also eine IC-Karte möchte, welche sollte man dann wählen? Die Karten werden von unterschiedlichen Unternehmen herausgegeben, folglich gelten unterschiedliche Konditionen der Anwendbarkeit. So können mit der Suica bezahlte Fahrscheine und Pässe für Regionalzüge der JR East günstiger sein. Beispielsweise kostet der günstigste Einzelfahrschein 140 Yen. Hat man aber mit einer Suica bezahlt, dann nur 133 Yen. Das heißt, dass je nach Nutzungshäufigkeit, dies eine Einsparung bedeutet. Ebenso entfallen die früher recht lästigen Transfertickets, die man während Bahnfahrten beim Wechsel zwischen verschiedenen Gesellschaften in den Stationen beim Umteigen extra kaufen musste. Welche Karte sich für wen und wo in Japan am besten eignet, ist daher eher eine Frage für Leute mit Wohnsitz in Japan.
Jedenfalls sind Derzeit in Japan folgende IC-Hauptkarten in Nutzung:

Geografische Karte der Nutzungsbereiche verschiedener IC Karten in Japan
Karte: Verschiedene IC-Hauptkarten in Japan und ihre Gültigkeitsbereiche.

Worauf zu achten ist

Im Großraum Tōkyō gibt es bereits ein paar Bahnhöfe deren Vereinzelungsanlagen nur noch IC-Karten, statt am Automaten gezogener Fahrscheine akzeptieren.
Zudem empfiehlt es sich bei Aufenthalten von mehreren Tagen in einer der Großstädte oder Metropolregionen eine der dort üblichen IC-Karten zu kaufen. Beispielsweise die “Welcome Suica” (siehe Karte). Mit einer Suica Karte sind die JR S-Bahnen und Busse und mit der Pasmo auch noch die U-Bahnen nutzbar. Zudem kann man die Karten auch für ausgewählte Shinkansen (Hochgeschwindigkeitszüge) verwenden. Das heißt, dass man mit den Karten durch die Vereinzelungsanlage der Shinkasen-Bereiche kommt. Allerdings müssen sie hierfür extra eingerichtet oder freigeschaltet werden. Falls nicht, dann kann man damit zumindest das Ticket am Shinkansen-Schalter und an Board Getränke und Speisen bezahlen. Zudem sind die Karten am Zielort Ōsaka, für den Verkehr mit Regionalbahnen und für weitere Einkäufe verwendbar. Außerdem gilt die Pasmo auch als Fahrscheinersatz für U-Bahnen und Busse in Ōsaka.
Der Kauf lohnt sich aber auf jeden Fall. Im übrigen gelten diese Karten derzeit ab Kauf für 10 Jahre. Wer also innerhalb dieser Frist nochmal nach Japan reisen wird, sollte die IC-Karte aufbewahren und wiederverwenden.

Gültigkeitsgebiete

Das IC-Karten eines Gültigkeitsbereichs auch in anderen Städten funktionieren, ist erst seit 2013 der Fall. Welche Karte mit welcher anderen Karte “interoperabel” ist, sich also in anderen Gültigkeitsgebieten nutzen lässt, ist unten grafisch dargestellt. Trotz dieser Nutzbarkeit auch in anderen Regionen Japans, bleibt zu beachten, dass Bahnfahrten mit Zügen außerhalb des eigentlichen Gültigkeitsbereichs nicht möglich sind. Weil hier meist anderer Gesellschaften Dienstleister sind. Verlässt man den Gültigkeitsbereich einer Karte, dann muss msn einen Fahrschein für die Weiterfahrt mit der anderen Gesellschaft kaufen.

Grafische Darstellung der Kompatibilität aller IC Karten
Grafik: Kompatibilität (Interoperabilität) aller in Japan verwendeten IC-Karten. Quelle: Reddit.com.

Noch Fragen?

Mehr Informationen über IC-Karten, Angebote der Japan Railways Gesellschaften sowie deren Pässe gibt es hier:

Allgemeines zu den IC-Karten

IC Karten nach Regionen

(Einige der Websites sind leider nur auf Japanisch abrufbar. Google kann diese jedoch halbwegs verständlich übersetzen.)

Bildquellen

Abb. 1 Bildquelle/Autor: © JR East, 02.05.2024.

Abb. 2 Mit freundlicher Genehmigung © Surender Prakash, Tōkyō (für nippon-info.de, 2023).

Abb. 3 © Marko Matijević, nippon-info.de, 2024.